Vortrag zum Thema „Freiheit“ mit Annelie Buntenbach

Freiheit heißt auch Freiheit von Existenzangst

Sie skizzierte zunächst ein düsteres Bild: In Kolumbien werden Gewerkschafter auf offener Straße erschossen, in Katar herrschen erschreckende Arbeitsbedingungen beim Stadionbau, beim Einsturz des Rana Plaza in Bangladesch wurden 1.127 Menschen getötet und 2.438 verletzt. In dem Gebäude waren Risse festgestellt worden. Deshalb verbot die Polizei den Zutritt. Dennoch waren mehr als 3.000 Menschen im Gebäude, größtenteils Textilarbeiterinnen, als das Gebäude kollabierte. Die Arbeiterinnen waren von den Fabrikbetreibern gezwungen worden, ihre Arbeit aufzunehmen. Zahlreiche Konzerne überwachen ihre Angestellten elektronisch und erhöhen aus Profitgründen den Arbeitsdruck. Mehranforderungen, ständige Erreichbarkeit und Arbeitsverdichtung führe zu Überforderung, Überlastung und psychischen Problemen. „Einigen falschen Weichenstellungen bei der Agenda 2010 haben wir den Niedriglohnsektor zu verdanken, in dem der Lohn der Arbeit nicht mehr zum Leben reicht.“ Die Einführung des Mindestlohns sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, so die Gewerkschafterin.

Nur wer sich zusammenschließt kann bei Verhandlungen ein größeres Gewicht erzeugen, ist Buntenbach überzeugt. Als einzelner sei man abhängig von Wohlwollen und Almosen. „Doch wir spüren deutlich die Angst vor Betriebsratsgründungen.“
Bei der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt sei es entscheidend, Grenzen zu setzten. Die neuen Freiheiten dürften nicht zu immer größerem Druck in der Arbeitswelt führen. „Menschen brauchen noch gemeinsame Zeiträume für Freunde, Familie, Kultur und soziales Engagement“. Buntenbach ist davon überzeugt, dass nur gemeinsam in der Solidarität eine ausreichende soziale Absicherung, sozialer Friede und Integration in der Gesellschaft gelinge. Sie plädiert für die Stärkung der solidarischen Sozialversicherungssysteme, statt deren Rückbau.

Ein zentrales Anliegen ist für die Gewerkschaftsfrau der Zugang zur Bildung für Kinder. Es sei beschämend, dass noch heute Armut und Herkunft Teilhabe und Chancen verhindere und für Ausgrenzung sorge.

„Ich bin froh darüber, dass Gewerkschaften, Kirchen und Sozialverbände zusammenarbeiten und ein Bündnis gegen Kinderarmut, Sonntagsarbeit, sozialer Kälte und Ausgrenzung und für fairen Handel und Menschenwürde gleich welcher Herkunft bilden und Diskriminierungsversuchen entgegentreten“, so Annelie Buntenbach.

  • Am Donnerstag, 27. April, spricht Elmar Brok, Mitglied des Europäischen Parlaments und im CDU-Bundesvorstand, zum Thema „Freiheit und Politik. Die demokratische Gesellschaft als Anwalt der Freiheit.“ Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im großen Sitzungssaal im Neuen Rathaus, Niederwall 23.
< zurück

Sie möchten eintreten? Herzlich Willkommen!


Gottesdienste
im Evangelischen Kirchenkreis


TERMIN-
KALENDER
Veranstaltungen, 
Kurse, Konzerte
& mehr


Offene Kirchen
im Evangelischen Kirchenkreis

Kontakt

Evangelischer
Kirchenkreis Bielefeld
Markgrafenstraße 7
33602 Bielefeld

Fon: 0521 / 5837-0
Fax: 0521 / 5837-253
webinfo@kirche-bielefeld.de

Impressum