Bald wieder ohne Gerüst

Turm der Peterskirche in Kirchdornberg wird saniert


Bestätigt wurde diese Einschätzung auch durch den bautechnischen Bericht des hinzu gezogenen Ingenieurbüros, das den Turm gründlich untersucht hat. Ergebnis: Die Sandsteine an der Südostecke des Turmes müssen ausgetauscht werden, in geringerem Umfang sind zudem auch Sanierungen am Gesims notwendig. Darüber hinaus ist die Schlämmverfugung des Turmes – bei einem Haus würde man vom Putz sprechen - durch Regen und Wind so stark verwittert, dass sie erneuert werden muss.
Bei einer Kirche, die aus dem 11. Bzw. 12. Jahrhundert stammt, mithin etwa 900 Jahre alt und denkmalgeschützt ist, ist das teuer. Nach der ersten Kostenschätzung waren das rund 230.000 Euro. Für eine Kirchengemeinde wie Dornberg mit etwa 2000 Gemeindegliedern eine sehr große Summe, die aus dem vorhandenen Etat niemals aufgebracht werden konnte. Viele Einzelpersonen und Institutionen haben sich im Laufe der vergangenen Jahre für den Erhalt des mittelalterlichen Kirchturmes engagiert, so dass die Finanzierung der Sanierung als gesichert gelten kann, sofern die Kosten im Rahmen bleiben. Die Kirchengemeinde Dornberg ist allen sehr dankbar, die mit großen und kleinen Beträgen die Sanierung des Turmes unterstützen.
Aus Rücklagen und Einzelspenden der Gemeinde kamen über 60 Tausend Euro zusammen. Dazu 5000 Euro vom Förderverein der Gemeinde. Die Stiftung „Kirche für Bielefeld“ beteiligt sich mit 30.000 Euro an der Sanierung, den größten Teil von rund 135 Tausend Euro trägt der Evangelische Kirchenkreis bei.
Bevor es jetzt losgehen konnte, mussten viele Genehmigungen eingeholt werden, nicht nur auf kirchlicher Seite, sondern auch bei der oberen und unteren Denkmalbehörde. Auch das Umweltamt ist mit im Boot, denn schließlich sollte sichergestellt werden, dass die Bewohner des Turmes – Fledermäuse und Turmfalken – ungestört ihre Jungen aufziehen können. Die Kirchengemeinde dankt für alle fachkundige Unterstützung und Beratung, die sie auf diese Weise bekommt.
In einem ersten Schritt wurde jetzt ein Gerüst an der Süd- und der Ostseite errichtet. Es dient für weitere vorbereitende Untersuchungen des Turmes, in die auch ein Sandsteinexperte des Denkmalamts Münster eingebunden ist. Im Verlauf des Augusts wird der Turm komplett eingerüstet und die Sanierung kann beginnen. Mehrere Wochen wird sie dauern, und es ist durchaus möglich, dass bei dem einen oder anderen Gottesdienst die Glocken dann schweigen müssen. Aber das wird zu verschmerzen sein durch die Aussicht, dass der Turm auch für künftige Generationen erhalten bleibt und, wie schon seit mehr als 900 Jahren, das Ortsbild von Dornberg weiter prägen wird.
Eine Besonderheit: Im Verlauf der Sanierung soll auch der sogenannte „Mohrenkopf“ genauer untersucht und durch einen 3D-Scan dokumentiert werden. Dieser mittelalterliche Kopf befindet sich in etwa zwölf Metern Höhe an der Südwestecke des Turmes. Seinen Namen hat er daher, weil der eigentlich gelbliche Sandstein aus dem Teutoburger Wald durch die Jahrhunderte hindurch eine schwarze Farbe angenommen hat. Der Kopf ist 15 cm hoch und 12 cm breit. Auch ihm hat der Zahn der Zeit schon zugesetzt. Die obere Hälfte bis zu den Augen ist stärker verwittert. Gut erkennbar sind jedoch die lange, gerade Nase und der offenstehende Mund. Maskenhaft starr und abweisend wirkt das Gesicht, eher eine Grimasse als ein Portrait - wenig schmeichelhaft, sollte hier tatsächlich der Baumeister des Turmes dargestellt worden sein, wie manche vermuten. Wahrscheinlicher ist, dass es sich um ein Schreckgesicht handelt, das sich vielfach an alten Bauwerken findet. Häufig in der Nähe von Fenstern und Türen angebracht, sollte es durch sein furchterregendes Aussehen das Eindringen von Dämonen und bösen Geistern verhindern.

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