Positionspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland

Religiöse Bildung bleibt unverzichtbar – Religionsunterricht in der Corona-Krise

Religiöse Bildung fördert Selbstreflexion, existentielle Auseinandersetzung und die Suche nach dem, was trägt. Sie stärkt Resilienz, Wertschätzung für Andere und Sensibilität für einen globalen Horizont.
Religiöse Bildung ermöglicht Selbstreflexion und Auseinandersetzung mit dem, was existenziell bedrängt. Sie dient nicht nur der Vermittlung von Wissen und ist mehr als Instruktion und lineares Lernen durch Lehren. Als existenzbezogene Bildung stellt sie Fragen nach dem Leben selbst, nach Lebenssinn, nach Verantwortung und nach sozialen ebenso wie religiösen Lebensformen. Solche Fragen zu bearbeiten, ist eine Kernaufgabe von Bildung.
In Zeiten gesellschaftlicher Krisen wird dies noch bedeutsamer: Sie müssen reflexiv und emotional bearbeitet werden, um trotz Angst und Unsicherheit auch Vertrauen, Zuversicht und Hoffnung zu eröffnen. Religiöse Bildung fördert Resilienz – gerade auch zur Bewältigung von Krisen. Sie ermöglicht die Suche nach dem, was trägt, und sie hilft, Ambivalenzen auszuhalten. Sie fördert die seelische Gesundheit und erschließt Quellen der Zuversicht.
Religiöse Bildung lenkt den Blick jedoch auch über das Individuum hinaus: Sie sensibilisiert für die Opfer von Krisen hier und im Globalen Süden. Sie fragt danach, wie die ökumenische Solidarität von Menschen über Grenzen der Konfession, der Religion, der Weltanschauung, der Sprache, der Region und der Generationen hinweg gestärkt werden kann. Sie zielt auf die Übernahme von Verantwortung für den „Erdkreis und die darin wohnen“ (Ps 24,1).
Nicht zuletzt sucht sie vor der Flucht in Irrationalismus und fundamentalistische Selbstabschottung zu schützen. Sie bringt Glauben und Denken, Beten und Verstehen, Gewissheit und Toleranz zusammen.
Religiöse Bildung ist Aufgabe und Ausdruck einer aufgeklärten Religion, die den Menschen und ihrem Zusammenleben in Freiheit und Verantwortung nützlich ist. Diese religiöse Bildung ist das zentrale Ziel des Religionsunterrichts. Darum darf er gerade in der Krise nicht ausfallen.

Religiöse Bildung ist ein Grundrecht – auch in der Krise.
Die immer wieder geforderte Konzentration auf die Kernfächer, die für die Berufsausbildung bzw. das Studium von besonderer Wichtigkeit seien, führt dazu, dass in Schulen der Fokus auf die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch ebenso wie die Naturwissenschaften gelegt wird, und der konfessionelle Religionsunterricht demgegenüber oft nachrangig behandelt wird. In der Corona-Krise war das insbesondere zu Anfang häufig zu beobachten. Dennoch darf das eine nicht gegen das andere ausgespielt werden.
Religiöse Bildung ist eine unverzichtbare Dimension humaner Bildung. Aus gutem Grund garantiert Artikel 7 Absatz 3 GG das Recht auf religiöse Bildung, dem an den Schulen Rechnung zu tragen ist.

Religiöse Bildung umfasst mehr als den Religionsunterricht. In der Krise gewinnt Schulseelsorge eine besondere Bedeutung.
Krisen hinterlassen Spuren. Die bildungsbiografischen ebenso wie die sozialen und emotionalen Auswirkungen der gegenwärtigen Krisen auf die einzelnen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind noch in keiner Weise absehbar. Kinder und Jugendliche vermissen vielfach die frühere Normalität und nicht wenige haben erhebliche Schwierigkeiten, sich unter den bestehenden Corona-Bedingungen und den daraus resultierenden Unsicherheiten in der veränderten und derzeit instabilen Schulwirklichkeit zurechtzufinden.
Über den Religionsunterricht hinaus können darum insbesondere Angebote der Schulseelsorge dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler in persönlichen und schulischen Notlagen zu begleiten. Darum sollten – mit entsprechenden Hygienekonzepten – Einzelgespräche ebenso wie Andachten, Meditationen oder Gottesdienste möglich bleiben und stattfinden.

Vollständiger Text und pdf zum Download:
http://www.ekd.de/religionsunterricht-in-der-corona-krise-61428.htm

 

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