Zertifizierung durch die Krankenkassen gem. §20 a SGB V

Ausbildung Suchtpädagogik

  

Ausbildung in Suchtpädagogik
in Kooperation mit dem VBE – Zertifizierung zum/zur Suchtpädagog*in


Neue 1-jährige Ausbildung (10 Wochenenden) inkl. Kassenanerkennung (gem. §20 a SGB V) als Seminarleiter*in für „Gesundheitsbewusster Umgang mit Alkohol für die Arbeit mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern“ und „Anti-Rauch-Kurs für die Arbeit mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern“

Der (Sucht)Alltag: Ambivalenzen und Paradoxien!
Einerseits werden Drogen vehement abgelehnt und stigmatisiert (‚harte‘ Drogen wie z.B. Heroin, aber auch Cannabis), andererseits gehört der Sekt so selbstverständlich zum Empfang – auch in der Schule – wie der ‚Absacker‘ zum Abendritual, um den stressigen Alltag hinter sich lassen zu können. Das Thema ‚Drogen‘, die sachkundige Aufklärung über deren Missbrauch, gehört zum unterrichtlichen Kerngeschäft, aber vor dem faktischen Drogenhandel im Schatten des Schulgebäudes verschließt man nicht selten die Augen und die ‚Raucherecke‘ wird von den Lehrkräften ebenso eifrig genutzt wie von den Schüler*innen. Die Fakten sind eindeutig:
•    18% der Männer und 14% der Frauen in Deutschland praktizieren einen riskanten Alkoholkonsum und schaden damit sich und andere.
•    24,6% aller Frauen und 42,8% aller Männer trinken sich monatlich einen Rausch an (fünf oder mehr alkoholische Getränke an einem Tag).
•    Bei Männern ist die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt.
•    Lt. WHO sterben alkoholbedingt weltweit mehr Menschen als durch Verkehrsunfälle, Gewaltdelikte und Aids zusammen, in Deutschland ca. 74.000 direkt oder in Verbindung mit Alkohol.
•    10% aller Berufstätigen trinken in riskanter Weise Alkohol. Bei jedem 5. Arbeitsunfall ist Alkohol im Spiel. Bei jeder 6. Kündigung geht es um Alkohol.
•    Der volkwirtschaftliche Schaden durch Alkoholkonsum wird für das Jahr 2018 mit 57,04 Mrd. Euro angegeben.
•    In NRW rauchen 30% der Erwachsenen regelmäßig.
•    Die Risiken des Tabakkonsums sind eklatant: Ein 27faches Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, ein 26faches an COPD, ein 17faches an Bronchitis. Mediziner gehen davon aus, dass Raucher*innen im Schnitt 10 Jahre früher sterben und in Deutschland jährlich 121.000 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums versterben.
Handeln wider besseres Wissen!
Angesichts dieser bekannten ‚Fakten‘ stellt sich die Frage, was Menschen dazu führt, ‚wider besseres Wissen‘ zu handeln! Aufklärung tut Not – natürlich. Aber das allein genügt nicht. Es müssen Strategien entwickelt und eingeübt werden, mit denen präventiv auf die gesellschaftlichen, kulturellen und innerpsychischen Faktoren Einfluss genommen werden kann, die den Konsum begünstigen oder eben auch begrenzen oder verhindern.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene benötigen ein Instrumentarium, das es ihnen erlaubt, selbstverantwortlich und gesundheitsbewusst mit den alltäglichen Suchtgefahren umzugehen.
Ein neues Präventionsgesetz
Angesichts dieser Herausforderungen hat der deutsche Bundestag im Sommer 2015 ein ‚Präventionsgesetz‘ verabschiedet, das in Verbindung mit dem Arbeitsschutzgesetz zukünftig alle Arbeitgeber*innen verpflichtet, für ihre Mitarbeiter*innen gesundheitspräventive Maßnahmen umzusetzen - und dazu gehört ausdrücklich auch die Reduktion des Alkohol- und Tabakkonsums.
Dieses gilt gerade auch für den Arbeits- und Lernort Schule! Durch besonders geschulte und durch die Krankenkassen zertifizierte Seminarleiter*innen sollen konkrete Präventionsmaßnahmen zum verantwortlichen Umgang mit Alkohol und Nikotin durchgeführt werden. Für diese Maßnahmen können dann bei den jeweiligen Krankenkassen Anträge auf finanzielle Unterstützung entsprechend dem Präventionsgesetz gestellt werden.
Zertifizierung und eigene Kursangebote
Der Bildungsträger ‚Blaues Kreuz Diakonieverein e.V.‘ führt seit Jahren erfolgreich Weiterbildungskurse durch, mit denen die Teilnehmer*innen eine persönliche Zulassung und Zertifizierung durch die Krankenkassen erwerben. Durch die Kooperation mit dem VBE können auch Lehrer*innen die Anerkennung durch die Krankenkassen (Zentrale Prüfstelle Prävention im Auftrag der gesetzlichen Kassen) erhalten und dann zum einen selbst Kurse in „Gesundheitsbewusster Umgang mit Alkohol für die Arbeit mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern“ und „Anti-Rauch-Kurs für die Arbeit mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern“ anbieten. Die Teilnehmer*innen ihrer Kurse haben dann die Möglichkeit, bei den Kassen eine Kostenerstattung zu beantragen.
Darüber hinaus können die Teilnehmer*innen der Weiterbildung nach erfolgreicher Anerkennung durch die ZPP Förderanträge (Projektanträge) für Maßnahmen der Gesundheitsförderung in Schulen und Kitas im Suchtbereich stellen.
Ziele, Inhalte und Methoden
Die Vermittlung von Grundwissen und Basiskompetenzen in den Bereichen Motivation für den gesundheitsbewussten Umgang mit Alkohol und Nikotin, Entwicklung individueller Strategien zur Reduzierung des Alkohol- und Tabakkonsums, Stärkung persönlicher Kompetenzen und Ressourcen zum gesundheitsgerechten Umgang mit Belastungen, Anleitung zu Rauchstopp, Anleitung zum Erkennen von potenziell suchtgefährdenden Situationen, Förderung von Handlungskompetenzen zur Verringerung der Suchtgefahr, Umgang mit Risikosituationen etc. sowie die Kompetenz zur erfolgreichen Weitervermittlung als Lehrende auf Basis eines zentral bei den Kassen hinterlegten und von ihnen anerkannten Curriculums. Dabei wird u.a. mit Methoden der kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierten Gruppenberatung (z.B. Selbstbeobachtung, Rollenspiel, Visualisierung), der Informationsvermittlung, praktischen Übungen zur Motivations- und Selbstbewusstseinsstärkung sowie mit einem Kurs-Manual gearbeitet.

AusbilderInnen:

Hans-Joachim Beutler – Dipl. Sozialarbeiter/Pädagoge, Krankenpfleger, Tiefenpsychologischer Körpertherapeut, Inhaber ECP,  kassenanerkannter Kursleiter und Ausbilder in den Präventionsbereichen „Sucht“, „Entspannung“ und „Bewegung“,  Fachübungsleiter Reha Sport.
Sandra Reekers – Dipl. Pädagogin
Dr. Andreas Knoll  -  Deutsche Gesellschaft für Supervision, Verband der Hochschullehrer Coucelling/Beratung, Deutsche Gesellschaft für Beratung, Fachbuchautor
Dr. Meinfried Jetzschke – Pfarrer / Dozent (Pädagogisches Institut der EKvW, Villigst), Supervisor (DGSv), Systemischer Körperpsychotherapeut (GST Berlin)
Und weitere ReferentInnen

Ausbildungskosten: 1800€,  -  für VBE Mitglieder, Freundinnen und Freunde unseres Vereins und TN mit geringen Finanzmitteln: 1400€ * (Ratenzahlung möglich)
*Der ermäßigte Preis gilt auch bei einer Anmeldung über das Evangelische Schulreferat Bielefeld: schulreferat@kirche-bielefeld.de

Ort: Querenburger Höhe 287 · 44801 Bochum (ESG) – Coronabedingte Raumverlegung ist möglich

Termine (10 Module)
9.-11.10.2020; 6.-8.11.2020; 4.-6.12.2020; 5.-7.2.2021; 12.-14.3.2021; 7.-9.5.2021; 11.-13.6.2021; 27.-29.8.2021; 24.-26.9.2021; 29.-31.10.2021 / Beginn Fr. 17.00 Uhr, Ende So. 16.00 Uhr

Ansprechpartner:
Hans Joachim Beutler Tel.: 02335/6844128 Fax: 02335/6844129 Handy: 0171/4912781
Email: jb@bk-dv.de  
Homepage: www.bk-dv.de

 

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Veranstaltungsprogramm
2|2020


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Kontakte:

Schulreferentin
Pfarrerin Andrea Seils
Fon: 0521 / 58 37 - 196
oder 6 84 93
E-Mail: andrea.seils@kirche-bielefeld.de

 

Sekretariat
Elisabeth Bitter
Fon: 0521 / 58 37 - 195
E-Mail: schulreferat@kirche-bielefeld.de

 

Mediothek
Kerstin Wedekämper
Fon: 0521 / 58 37 - 197
E-Mail: mediothek@kirche-bielefeld.de

Anschrift:

Haus der Kirche
Markgrafenstraße 7
33602 Bielefeld