Öffnungszeiten:
Mo. bis Sa 9–18 Uhr, So. 10.30–18 Uhr
Während der NS-Zeit wurden 8,5 Millionen Zwangsarbeiter:innen in Industriebetrieben, im Handwerk, im Haushalt, in der Logistik und der Landwirtschaft eingesetzt. Teilweise mit falschen Versprechungen, überwiegend aber unter Zwang wurden Zivilisten in den von Deutschen besetzten Gebieten dazu gebracht, zum Arbeiten ins Deutsche Reich zu kommen. Hinzu kamen ca. 4,6 Millionen kriegsgefangene Soldaten der gegnerischen Armeen, die ebenfalls unter zumeist inhumanen Bedingungen zur Arbeit eingesetzt wurden.
Entsprechend der rassistischen Ideologie des NS-Regimes gab es gravierende Unterschiede in der Behandlung der ausländischen Arbeitskräfte. Osteuropäische Kriegsgefangene wie auch Zwangsarbeiter:innen wurden deutlich schlechter behandelt als Personen aus Westeuropa.
Engere persönliche Kontakte zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen wie auch Zwangsarbeiter:innen waren grundsätzlich unerwünscht und bei als "fremdvölkisch" stigmatisierten Personen aus rassistischen Gründen streng verboten. Und doch kam es immer wieder zu zahlreichen Begegnungen, sexuellen Kontakten und Liebesbeziehungen. Trotz hoher Strafen für die verbotenen Kontakte wurden viele Kinder aus diesen Beziehungen geboren – sie waren "trotzdem da"!
In der Ausstellung werden neun sehr unterschiedliche Biografien von Kindern aus diesen verbotenen Beziehungen nachgezeichnet. Oftmals zur Adoption freigegeben, wussten diese Kinder teilweise bis ins Erwachsenenalter nicht, wer ihre leiblichen Eltern waren. Die Ausstellung wurde im Jahre 2023 im Auftrag der Stiftung Lager Sandbostel erarbeitet.


