Pädagogische Schwerpunkte

Ev. Kindertageseinrichtung Lydia-Kinderhaus

Unser Profil

Unser Bild vom Kind

Unser Bild vom Kind orientiert sich an unserem christlichen Menschenbild, dem gesetzlichen Auftrag, dem aktuellen entwicklungspsychologischen und pädagogischen Fachwissen und ist Grundlage für die Gestaltung unseres pädagogischen Alltags.

  • Jedes Kind ist ein einmaliges Geschöpf Gottes, unverwechselbar und lebensbejahend.
  • Jedes Kind lernt eigenaktiv von Anfang an und ist mit einem eigenen Bildungspotenzial ausgestattet.
  • Jedes Kind steckt voller Lern- und Experimentierfreude und ist dabei auf wechselseitige, unterstützende Beziehungen angewiesen.
  • Jedes Kind hat ein Recht darauf, umsorgt, respektiert und wertgeschätzt zu werden.
  • Jedes Kind hat ein Recht auf seinen eigenen Entwicklungsrhythmus, d.h. auf eigene Zeiträume, eigene Räume und ein anregendes, unterstützendes Umfeld.

Unsere pädagogischen Grundsätze

Der situationsorientierte Ansatz

Da Kinder aufgrund ihrer Entwicklungsstufe einen eigenen Zugang zur Welt haben, steht das einzelne Kind im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Dabei geht es nicht darum, Kinder nur zu beschäftigen, sondern sich mit den Kindern gemeinsam mit dem zu beschäftigen, was die Kinder beschäftigt.

Der situationsorientierte Ansatz erscheint uns am geeignetsten, die Fähigkeiten der Kinder zu erkennen und aufzugreifen, um daraus einen lebendigen Dialog entstehen zu lassen. Die situationsorientierte Pädagogik ist eine stärken- und ressourcenorientierte Pädagogik. Ihr Ausgangspunkt sind die Themen, die die Kinder in den Kindergarten einbringen, die sich dort in vielfältigster Form aktualisieren und sich im Alltag durch das Zusammensein im Kindergarten ergeben.

Denn Kinder

  • wollen ihr gegenwärtiges Leben verstehen,
  • sind auf einem eigenen Weg zu einer eigenständigen Persönlichkeit,
  • wollen nachspielen und verarbeiten, was sie beschäftigt,
  • wollen selbstständig werden,
  • sind eigene Persönlichkeiten mit dem Bedürfnis, in (kleineren) Gruppen zu leben und ihren Platz darin zu finden,
  • wollen feste, verlässliche Beziehungen, um all das, was im Leben unsicher ist und Angst macht, bewältigen zu können.

Wir wollen im Kinderhaus Kindern die Möglichkeit geben, Erlebnisse und Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle „aufzuarbeiten“, damit sie gegenwärtige und zukünftige Situationen bewältigen können. Dadurch entwickeln Kinder eine emotionale Stabilität - das unerschütterliche Gefühl: „Ich bin in der Welt angenommen und willkommen.“ Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine positive kindliche Entwicklung.

Ein weiteres wichtiges Merkmal des situationsorientierten Ansatzes ist es, Sinnzusammenhänge herzustellen zu dem, was Kinder wirklich beschäftigt, was sie berührt, was sie spüren – oder anders ausgedrückt: Nicht Lernen des Lernens wegen steht im Vordergrund, sondern das Erfahren von Sinnzusammenhängen, bei dem Lernen geschieht, also Lernen als Folge des aktiven Tuns.

Der Kindergarten ist damit nicht der Ort, an dem Kinder an erster Stelle kognitiv gefördert werden, sondern an dem die Grundlagen für kognitives Lernen erweitert werden. Der spätere Erfolg des schulischen Lernens hängt u.a. davon ab, wie intensiv Kinder Neugierde entwickeln konnten und erfahren haben, dass ihre Fragen wichtig und von Bedeutung sind.

Wir wollen Kinder nicht mit Beschäftigungen überschütten, sondern ihnen im weitesten Sinn Räume eröffnen, nicht Anordnungen geben, sondern Raum schaffen für Ideen und Experimente der Kinder. Nur so entsteht ein flexibles, problemlösendes Denken, das auf wirklichem Verständnis beruht. So kann Spaß am Lernen entstehen.

 

Gesunde Ernährung

Gesund und ausgewogen zu essen ist eine wichtige Basis für eine gesunde Entwicklung. In der Kindheit werden die Ernährungsvorlieben für das ganze Leben entscheidend geprägt.

Wir unterstützen die gesunde Entwicklung der Kinder durch leckeres, kindgerechtes Essen und wecken ihr Bewusstsein für eine gesunde Ernährung.

  • Gesundes Frühstück: Die Kinder bringen ein gesundes Frühstück mit, dabei beraten wir die Eltern bei Bedarf. Einmal pro Woche frühstücken die Kinder gemeinsam und bereiten ein gesundes Frühstück zu.
    Die Kinder werden in die Planung, den Einkauf und die Zubereitung mit einbezogen.
    Für die Einkäufe nutzen wir die Möglichkeiten im Viertel wie z.B. der Wochenmarkt auf dem Siggi.
     
  • Unser Mittagessen erhalten wir von der Firma „apetito“, die ein speziell für die Bedürfnisse von Kindergarten-Kindern zugeschnittenes Ernährungsangebot entwickelt haben. Bei der Zubereitung des Essens werden verschiedene Richtlinien berücksichtigt, wie z.B. milde Würzung der Speisen, Bevorzugung von Kräutern als Würzung, sparsamer Umgang mit jodiertem Salz und einem verantwortungsvollen Umgang mit Zucker.

Das Essen enthält grundsätzlich keine Geschmacksverstärker, Süßungsmittel, künstlichen Aromastoffe/ Farbstoffe, kein Phosphat in Fleisch- und Wurstwaren sowie keinen Alkohol oder Alkoholaromen.

Unsere Küchenkraft ergänzt die Gerichte täglich mit frischem Gemüse, Obst und Bio-Quark oder Bio-Joghurt als Dessert.

Von Montag bis Donnerstag findet am Nachmittag, eine Obstrunde statt, die wir zusammen mit den Kindern vorbereiten.

Bei Kindergeburtstagen gibt es gesunde und kreative Mitbringsel, die den besonderen Tag noch einmal hervorheben.

Gesundheitsförderung

Das Kneipp-Gesundheitskonzept

Wir sind zertifiziertes Familienzentrum und haben im Rahmen der Qualitätsentwicklung das „BETA-Gütesiegel“ erlangt.Wer Bildung will muss Gesundheit fördern!

Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder sich körperlich und geistig entwickeln. Im Kindergartenalter werden wesentliche Grundlagen für gesundheitsfördernde Verhaltensweisen und Gewohnheiten gelegt, denn Kinder in diesem Alter sind offen und nehmen Neues interessiert auf. Wer Bildung optimal gestalten möchte, muss auch die Gesundheit fördern.

Seit 2013 haben wir unseren Gesundheitsschwerpunkt erweitert: Wir sind die erste zertifizierte Bielefelder Kneipp-Kita!

Das Kneipp-Gesundheitskonzept basiert auf einem einfachen, naturnahen Leben mit der Verantwortung für die eigene Gesundheit. Es handelt sich um ein klassisches Naturheilverfahren, schulmedizinisch anerkannt und wissenschaftlich abgesichert. Das Konzept beruht auf den Wirkkräften der Natur und dem Erleben von natürlichen Reizen wie Sonne und Luft, Wärme und Kälte sowie dem Wechsel von Bewegung und Ruhe.

Wir machen uns diese Form der Gesundheitsförderung zu eigen und integrieren die 5 kneippschen Elemente: Ernährung, Bewegung, Kräuter, Wasser und Lebensordnung in die tägliche pädagogische Arbeit mit den Kindern – das ist Gesundheitsförderung mit Freude und Begeisterung!

Eine grüne Oase

Unser Naturspielraum

Unser fast 3000 Quadratmeter großer Naturspielplatz ist eine grüne Oase, die man von der Schloßhofstraße aus gar nicht vermutet.

Dieser bietet eine anregende, naturnahe Umgebung – Kinder experimentieren mit Sand, Wasser, Gräsern, Steinen und Hölzern. Sie verstecken sich im Grünen, Klettern, Schaukeln, Toben und Fahren mit den verschiedensten Fahrzeugen.

Bewegung

Kinder brauchen Bewegung für Bildung und Gesundheit, denn Bewegung macht nicht nur fit, sondern auch schlau. Kindheit ist im wahrsten Sinne des Wortes eine bewegte Zeit! Deshalb fördern wir die Bewegungsfreude der Kinder durch erlebnisreiche Bewegungs- und Projektangebote

  • in der Turnhalle,
  • im Gruppenraum,
  • im Garten und
  • bei Exkursionen.

Bei uns treffen Kinder mit Bewegungsideen und Entdeckergeist auf Gleichgesinnte und bereichern sich gegenseitig. Gruppenräume, Flure, der Turnraum, jede Ecke drinnen und draußen werden von den Kindern zum Spielen, Rennen, Verstecken, Ballspielen, „Auf-der-dicken-blauen-Matte-hüpfen“ und noch vielem mehr genutzt.

Eine Besonderheit in unserem Kinderhaus ist das Bewegungskonzept nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg.

Im Mittelpunkt dieses Bewegungskonzepts steht die behutsame bewegungspädagogische Unterstützung des kindlichen Eroberungs- und Forschungsdranges sowie die Ganzheitlichkeit.

Die visuelle, die auditive, die vestibuläre und die kinästhetische Wahrnehmung werden geschult:

ICH sehe.
ICH höre.
ICH fühle mit Händen und Füßen.
ICH erprobe mein Gleichgewicht.
ICH sammle Raum – Lage – Erfahrungen.

Die Kinder lernen selbstständig zu erkennen, zu welchen Bewegungen der eigene Körper fähig ist und dabei Raum- und Körpergrenzen fühlen. Die Kinder werden nicht zur Nachahmung vorgefertigter Turnübungen animiert, sondern entwickeln spielerisch eigene Ideen und setzen diese um. 

Für die kindgerechte Umsetzung des Konzeptes wurden u.a. einfache Holzgeräte wie Vierkanthölzer, Hocker, Bau- und Balancierbrettchen, Kippelhölzer und Hühnerleitern entwickelt, die die Kinder selbstständig ausprobieren können.

Durch das Ausprobieren und die Herausforderung, sich in unterschiedlichen Höhen und Ebenen zu bewegen sowie der Auseinandersetzung mit der Schwerkraft, gewinnen Kinder Bewegungsfreiheit, Selbstvertrauen und Selbstsicherheit.

Erste Begegnungen mit der Naturwissenschaft

Experimentieren

Die großen Kinder experimentieren regelmäßig mit dem „Schlaubären“. Kinder wollen Gesetzmäßigkeiten der Welt erkennen und begreifen, wollen Antworten auf ihre Fragen.

 

Lass mir Zeit!

Unsere Pädagogik nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg

Die pädagogischen Erkenntnisse von Emmi Pikler (1902 – 1984) und Elfriede Hengstenberg (1892 – 1992) bilden ein Fundament unserer Arbeit insbesondere für die Kinder unter 3 Jahren. Hengstenberg und Pikler teilten die Grundannahme, dass „das Bedürfnis nach Selbständigkeit ein wesentliches Merkmal kindlicher Entwicklung ist.“

Aus vielen Erfahrungen und Beobachtungen hat Pikler drei Grundsätze für die selbstbestimme Entwicklungsbegleitung abgeleitet:

  • Achtsame, beziehungsvolle Pflege, die das Kind beteiligt und wertschätzt, als Beitrag zu einer tragfähigen Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem. Dazu gehören das Wickeln und Anziehen genauso, wie das Essen, das Händewaschen, das Mundabwischen und vieles mehr. Wenn sein Bedürfnis nach Geborgenheit durch liebevolle Zuwendung während der Pflege befriedigt wird, kann es in einem geschützten Rahmen beim freien Spielen u.a. Selbstvertrauen, Geschicklichkeit und Ausdauer entwickeln.
  • Freie Bewegungsentwicklung, als Grundlage für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung.
  • Freies Spiel, als Folge des Wissens darum, dass Kinder Forscher sind und sich die Welt spielend zu eigen machen.

Unser evangelisches Profil

Kinder brauchen Hoffnung, denn ohne Vertrauen und Hoffnung ist eine gute Zukunft nicht vorstellbar. Die frohe Botschaft des Evangeliums überliefert Geschichten und Bilder, die von der Würde des Menschen, von Vertrauen und Hoffnung erzählen. Religiöse Bildung will Kindern Chancen eröffnen und ist eingebunden in den alltäglichen Kindergartenalltag.

In unserem Kinderhaus sind Familien mit allen Konfessionen herzlich eingeladen, als Gäste an den religiösen Angeboten teilzunehmen.
Wir ermöglichen einen Dialog, ohne zu vereinnahmen.

Unser religionspädagogisches Profil prägt unsere Haltung Kindern und ihren Familien gegenüber. Es wird auch in konkreten Projekten, Ritualen und Festen deutlich:

  • Wir feiern Feste wie das Erntedank-Fest.
  • Wir feiern kleine Andachten und Gottesdienste.
  • Wir sprechen religionspädagogische Tischsprüche vor dem Mittagessen.
  • Wir erzählen Geschichten aus der Bibel.
  • Wir singen und lernen dabei christliche Lieder kennen.

In Gesprächen suchen wir mit den Kindern nach Antworten, auch auf ihre religiösen Fragen.

Wir erleben uns im engen Kontakt mit der Lydia- Kirchengemeinde. Die Kinder besuchen die Johanniskirche zu verschiedenen Anlässen.
Pastor Christoph Steffen besucht uns monatlich zu kleinen Montags-Andachten, bei denen er uns anhand von Geschichten, Liedern oder Bildern religionspädagogische Themen näherbringt.

Förderung der angehenden Schulkinder

Im letzten Jahr vor der Einschulung wechseln die Kinder, die bis zum 30.09. eines Jahres 5 Jahre alt werden, bei uns in die Delfingruppe.

Die angehenden Schulkinder sind dann in einer altershomogenen Gruppe zusammengefasst. Die Delfin-Gruppe nimmt die Grundbedürfnisse der Vorschul-Kinder partizipativ in den Bereichen - Wahrnehmen der eigenen Kompetenzen, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Eigeninitiative, Kreativität, Bewältigungsstrategien und vieles mehr in den Blick

Unser Ziel ist es, schulnahe Vorläuferkompetenzen zu entwickeln.

Diese Kompetenzen werden in die tägliche Erlebniswelt der Kinder eingebettet. Kinder entwickeln von sich aus ein großes Interesse an Zahlen und Buchstaben. Lesen, Rechnen und Schreiben beruhen auf Entwicklungsprozessen, die schon lange vor Schulbeginn einsetzen.
Wir möchten die Neugier an Buchstaben und Zahlen wecken, ausbauen und spielerisch erhalten, z.B. mit Themen wie das Einrichten einer "Post" oder eines "Büros" oder einer „Mathewerkstatt“.

Wir greifen die Lernfreude und Wissbegierde der Kinder auf und entwickeln diese mit kreativen Projekten weiter. Somit unterstützen wir den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule.

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