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Damit aus Unworten am Ende keine Untaten werden

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Superintendent Christian Bald setzt sich kritisch mit dem Sprachgebrauch der Rechtsextremen Szene auseinander. Er plädiert für Verbindlichkeit und Wahrhaftigkeit im Sprachgebrauch. Beide sind Grundlagen einer demokratisch-rechtsstaatlichen Ordnung. Zum 'Unwort' Remigration führt er aus:

"Insbesondere Menschen mit einer rechtsextremen bis rechtsradikalen Gesinnung gebrauchen 'Remigration', um ihre wahren Absichten zu verschleiern: die Deportation aller Menschen mit vermeintlich falscher Hautfarbe oder Herkunft, selbst dann, wenn sie deutsche Staatsbürger sind. Medienberichten zu Folge kam es in diesem Sinne zuletzt bei einer Zusammenkunft von Funktionären der AfD und der „Werteunion“ am 25. November in Potsdam zur Sprache. Die Versammlung benutzte demnach das Wort 'Remigration' und meinte eigentlich 'Abschiebung', oder gar 'Deportation'. Menschen sollen gegen ihren Willen und unter Zwang in andere Länder verbracht werden. Das lateinische Wort Remigration ist damit nicht vereinbar. Es bedeutet von seinem Ursprung her so viel wie 'Zurückwandern' oder 'Zurückkehren'. Remigration bezeichnet im eigentlichen Wortsinn eine Aktivität von Menschen, die diese zumeist mit guten Gründen und vor allen Dingen aus eigenem und freiem Antrieb vornehmen.

Problematisch ist also nicht das Wort 'Remigration'. Problematisch sind die Gesinnung und die Unwahrhaftigkeit der Menschen, die das Wort in seiner Bedeutung verfremden. Eine Gesinnung aber, die einen wahrheitswidrigen Gebrauch von Sprache beabsichtigt, macht aus Worten nicht nur Unworte. Sie steht am Anfang einer Entwicklung, an deren Ende Menschen Untaten verrichten. Wünschenswert klar hat sich dazu Bundeskanzler Scholz zuletzt geäußert: «Wenn etwas in Deutschland nie wieder Platz haben darf, dann ist es die völkische Rassenideologie der Nationalsozialisten. Nichts anderes kommt in den abstoßenden Umsiedlungsplänen der Extremisten zum Ausdruck».

Überaus deutlich haben erfreulich viele Menschen in diesen Tagen in vielen Städten unseres Landes durch ihren Protest dieser Position Ausdruck gegeben. Sie sind gegen AfD und Rechtsextremismus auf die Straße gegangen und damit auch gegen eine 'alternative Funktion' der Sprache. Am 30. Januar lädt das „Bündnis gegen Rechts“ in Bielefeld dazu ein, sich den Protesten auch in unserer Stadt anzuschließen. Ausdrücklich und herzlich lade ich an dieser Stelle dazu ein, sich den Protesten anzuschließen!

 

 

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