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Die Kreissynode, das Leitungsgremium des Kirchenkreises, tagte am 22. Juni im Assapheum Bethel

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Am Samstag, 22. Juni, kamen rund 120 Delegierte und berufene Mitglieder aus den Gemeinden, Einrichtungen und Diensten des Evangelischen Kirchenkreises zur Kreissynode, dem höchsten Leitungsgremium im Kirchenkreis, im Assapheum in Bethel zusammen.

BERICHT DES SUPERINTENDENTEN

In seinem Bericht vor der Synode nahm Superintendent Christian Bald Bezug auf die vorliegenden Gemeindeberichte und die gegenwärtigen Herausforderungen der Kirche. Bezogen auf das reichhaltige gottesdienstliche Leben in Bielefeld mit traditionellen wie innovativen Angeboten stellte der Superintendent entschieden fest: „Es ist schlicht nicht wahr, dass wir die Menschen mit unseren Gottesdiensten und den Angeboten der Kirchenmusik nicht erreichen“ und belegte dies an zahlreichen Beispielen, etwa der Kinderkirchenwoche im Advent der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. Dort bestehe „das schöne Problem, dass die Kirche in dieser Zeit aus allen Nähten platzt.“

Auch im Bereich der sozialräumlichen Orientierung der Kirche stellte Christian Bald fest, dass diese sich nicht in Fragen der Gebäudestrukturen erschöpfe: „Wenn wir nach der Gemeinde von morgen fragen, lohnt ein Blick auf die Lebensweltorientierung der Menschen. Welche Institutionen und Einrichtungen liegen in unseren Quartieren? Wie kann das Miteinander im Verbund mit Einrichtungen im Quartier konkret werden?“ Als eines von vielen bereits gelebten Beispielen nannte er das Kooperationsprojekt (H)AUSZEIT, das in Dornberg zusammen mit der mobilen Seniorenarbeit der Diakonie für Bielefeld für pflegende Angehörige vorgehalten werde.

Ein besonderes Augenmerk legte der Superintendent auf die sogenannten Kasualien, vor allem also Taufen, Trauungen und Bestattungen: „Nähe und Erreichbarkeit sind besonders in Krisenzeiten wesentlich für die Gestaltung des kirchlichen Auftrags. Werden sie nicht eingelöst, wird die Frage nach der Relevanz von Kirche unmittelbar virulent.“ Auch aus diesem Grund seinen jetzt auf der Verbandsebene von Bielefeld, Gütersloh, Halle und Paderborn zusätzliche fünf Pfarrstellen eingerichtet worden. Positiv sei trotz aller Herausforderungen im Personalbereich auch, so der Superintendent, dass in allen drei neuen Regionen des Kirchenkreises jetzt IPT-Stellen (Interprofessionelle Pastoralteams) eingerichtet seien. Zudem gebe es derzeit drei, ab September vier Vikarinnen und Vikare, die ihre Ausbildung im Kirchenkreis machen.

Am Ende seiner 45-minütigen Rede griff Christian Bald ein Zitat von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier beim jüngsten Katholikentag in Erfurt auf, der dort provokativ fragte, ob die Botschaft der Kirche zu leise, zu blass und zu wenig profiliert sei. Bald: „Bei allen Veränderungen in der Gestaltung des Auftrags der Kirche geht es im Kern genau darum: auch in Zukunft deutlich hörbar zu sein. Auch in Zukunft bunt und profiliert von der Freude über Gott und dem Frieden zu singen und zu sagen, der in aller Arbeit und in allen Veränderungen unser Herz erfüllt.“

Den ganzen Bericht gibt es hier zum Nachlesen

 

WORKSHOPS

Einen breiten Raum nahm auf der Kreissynode die Arbeit in drei regionalen Workshops zu den anstehenden strukturellen wie inhaltlichen Veränderungsprozessen ein. Ein einführender Kurzvortrag dazu kam von Simone Osterhaus, Fachreferentin für das Ehrenamt in der Landeskirche. Unter dem Titel „Aufbruch und Changeprozesse – wo liegen unsere Schätze?“ ging es anschließend darum, den Verantwortlichen in den Gemeinden Strategien an die Hand geben, um effektiv und zufriedener zu arbeiten. Ein besonderes Augenmerk lag dabei darauf, die Schätze der jeweiligen Gemeinde und auch der persönlichen Motivation zu benennen und diese in die Regionen einzubringen.

WAHLEN

Auf der Kreissynode fanden turnusgemäß zahlreiche Wahlen statt, die im Rahmen der presbyterial-synodalen Ordnung der Kirche im Anschluss an die Kirchenwahl im vergangenen Februar durchzuführen waren. Alle Ausschüsse wurden neu besetzt. Ebenso wurden Delegierte für die Landessynode gewählt, zudem gab es Nachwahlen in den Kreissynodalvorstand. Hier waren durch Ausscheiden bzw. den Tod eines Mitglieds zwei Plätze neu zu besetzen. Mit Pia Hebestreit (29) aus der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde und Jörg Lüder (55) aus der Kirchengemeinde Schildesche hat sich das 9-köpfige Leitungsgremium des Kirchenkreises unter Vorsitz von Superintendent Christian Bald jetzt deutlich verjüngt. Dies gilt auch für die Stellvertretungen, hier wurde Denise Engmann (29), Presbyterin der Kirchengemeinde Stieghorst-Hillegossen, neu gewählt.

Als eines von drei Gemeindemitgliedern des Kirchenkreises auf der Landessynode wurde zudem Jens Reupohl, Presbyter in der Apostelgemeinde, neu gewählt. Er trat für dieses Amt zusammen mit Nina-Sophie Siekmann, Presbyterin der Kirchengemeinde Martini-Gadderbaum an, die seine Stellvertretung wahrnehmen wird. Weit über 100 Menschen aus allen Bereichen von Kirche und Gesellschaft wurden in die verschiedenen Ausschüsse des Kirchenkreises gewählt. Rund ein Drittel davon sind neu, die weiteren zwei Drittel hatten sich erneut bereit erklärt, für die kommenden vier Jahre weiter mitzuarbeiten.

SATZUNGSÄNDERUNGEN

Neben verschiedenen Stellungnahmen zu landeskirchlichen Vorlagen wurden auf der Kreissynode auch Satzungsänderungen beschlossen. Zu den wichtigsten gehörte sicherlich die Aufhebung der Satzung für das Kreiskirchenamt. Seit dem 1. Januar 2023 gehört der Kirchenkreis dem Verband der Evangelischen Kirchenkreise Bielefeld, Gütersloh, Halle und Paderborn an. Der Zeitplan zur Zusammenführung der beiden Kreiskirchenämter in Gütersloh und Bielefeld zu einem gemeinsamen an zwei Standorten wurde der Kreissynode bereits im vergangenen Jahr vorgestellt, rechtlich sollen sie zum 1. Januar 2025 zusammengeführt werden. Hierzu war es u.a. erforderlich, dass der Kirchenkreis Bielefeld die Rechtsgrundlage für das Bestehen des „eigenen“ Kreiskirchenamts, also die Satzung des Evangelischen Kirchenkreises Bielefeld für das Kreiskirchenamt, zum 31.12.2024 aufhebt.

 

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