1999 traf Christine Kandler eine Entscheidung, die ihr weiteres Leben prägte. „Es war die richtige“, schmunzelt die Sozial- und Gemeindepädagogin. Mehr als zwei Jahrzehnte davon fast 20 Jahre im Kirchenkreises Bielefeld, hat sie sich seitdem für die evangelischen Kitas engagiert und viele Impulse gegeben. Nun geht die Fachberaterin in den Ruhestand.
Nach dem Studium arbeitete die Bielefelderin zuerst in der kirchlichen Jugendarbeit – bis sie vor 27 Jahren jene Entscheidung traf. „Damals habe ich mir die Frage gestellt, welche Zielgruppe mich besonders fordert“, erinnert sich die Pädagogin.
So entschied sie sich für den Kita-Bereich und die Fachberatung. „Gemeinsam an den vielfältigen Herausforderungen zu arbeiten, ist eine hochattraktive Aufgabe“, findet Christine Kandler. Nach wie vor beschäftigt sie sich gern mit der Mischung aus rechtlichen Themen, Fragen rund um Betreuung, Erziehung und Bildung, die Belange der Kita-Teams und der Eltern.
„Was macht eine evangelische Kita eigentlich aus?“, ist eine zentrale Frage, auf die sie gemeinsam mit den Verantwortlichen Antworten entwickelt hat. Dazu gehört eine religionspädagogische Langzeit-Fortbildung, die den Kolleginnen und Kollegen in den 35 Kitas des Kirchenkreises, der Gemeinden und diakonischen Einrichtungen die Auseinandersetzung mit religiöser Bildung ermöglicht.
„Kinder sind einzigartige Geschöpfe Gottes“, zitiert sie aus dem Leitbild der evangelischen Kitas in Bielefeld. Und betont, dass dieser Satz für alle gilt, egal ob das Kind christlich ist, einer anderen oder keiner Religion angehört, welchen ethnischen Hintergrund es hat, welche Besonderheiten es mitbringt: „In diesem Bewusstsein gehen wir auf die Kinder und ihre Familien zu.“
Ein zentraler Begriff ist für Christine Kandler dabei die Freiheit – für die Kinder, aber auch für die Teams. Sie können jederzeit Fragen stellen, Dinge diskutieren und vieles hinterfragen – „das halten wir im Team des Referates Tageseinrichtungen für Kinder gerne aus und geben daneben natürlich auch Orientierung“, schmunzelt sie. Noch etwas ist ihr wichtig: „Eine kirchliche Kita gehört in die Gemeinde. Das ist ein Gewinn für alle.“
Nach so vielen Jahren im Kirchenkreis Bielefeld freut sich Christine Kandler darauf, mehr Zeit zu haben – um Kultur zu genießen, im Chor zu singen, das Gemeindeleben aus einer anderen Perspektive zu erleben.

