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Gemeinsam für unsere Kitas – Kundgebung in Bielefeld am 19. Oktober um 11.55 Uhr

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Bielefeld, 15.10.2023 | Die freien Träger von Kitas in Bielefeld wenden sich jetzt mit einem Forderungskatalog gemeinsam an Politik und Öffentlichkeit. Sie fordern eine Verbesserung der Kita-Arbeitsbedingungen und eine auskömmliche Finanzierung zum Erhalt der Trägervielfalt. Dazu findet – neben Düsseldorf – auch eine zentrale Kundgebung in Bielefeld statt am kommenden Donnerstag, 19. Oktober von 11.55 bis 13 Uhr auf dem Bielefelder Rathausplatz.

 

Foto: Für die Vertreter:innen der freien Kita-Träger in Bielefeld ist es fünf vor Zwölf. Dritte von links: Melanie Hoffmann, Geschäftsführerin der Evanglischen Kitas in Trägerschaft des Kirchenkreises.

 

Den freien Trägern und Kitas droht der Kollaps. Zwar hat das Land NRW mitgeteilt, dass es den Kitas finanziell unter die Arme greift und die Zuschüsse ab dem Kita-Jahr 24-25 um fast 10 Prozent erhöht. Und zusätzlich soll es noch eine einmalige Überbrückungshilfe von 100 Millionen Euro ab Januar 2024 geben. Doch das, so auch Melanie Hoffmann, Geschäftsführerin der Evangelischen Kitas in Trägerschaft des Kirchenkreises, reicht nicht.

Die Freie Wohlfahrtspflege NRW hat errechnet, dass zeitnah 590 Millionen Euro benötigt werden, um zu verhindern, dass in den kommenden Monaten 50 Prozent der Träger in finanzielle Schwierigkeiten geraten, bis hin zur Insolvenz, auch weil Rücklagen nicht vorhanden, zu gering oder zweckgebunden sind. Das würde bedeuten, dass eine Vielzahl Kitas in NRW ihre Anzahl der Gruppen reduzieren, ihren Betrieb und damit die Betreuung der Kinder einstellen müssten.

Viele Kita-Träger sind tarifgebunden und orientieren sich an den Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst. Durch Tarifsteigerungen, die bereits Anfang 2023 und Anfang 2024 erfolgt sind, erhöhen sich die Gehälter der Fachkräfte um bis zu 11 Prozent. Auch nicht tarifgebundene Kita-Träger orientieren sich an den Werten des TVöD, um die Arbeitgeberqualität zu gewährleisten. Das Land erhöht die Zuschüsse für die Träger jedoch erst zum 1. August 2024. Und damit müssen Träger 18 Monate lang diese Kostensteigerungen alleine tragen.

Gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Das Berufskolleg in Bielefeld konnte dank der Stadt Bielefeld gerettet werden. Jedoch können sich Träger die Ausbildungskosten kaum noch leisten. Ausbildungsanstrengungen müssen refinanziert werden, eine 100-prozentige Finanzierung der Ausbildung ist für das Gesamtsystem zwingend notwendig. Allein im Stadtgebiet Bielefeld gibt es 47 Träger mit 209 Kitas (42 davon kommunal) und 13059 Betreuungsplätzen.

Die Trägervielfalt in Bielefeld ist durch Finanznot bedroht, denn Träger müssen Geld mitbringen, um den gesetzlichen öffentlichen Auftrag zu erfüllen. Daher ist eine der zentralen Forderungen der Kundgebung die Abschaffung der Eigenanteile für Träger sowie die sofortige Anhebung der Zuschüsse vom Land, damit die Tarifsteigerungen und nicht erst zum August 2024, da sonst weitere Insolvenzen drohen.

Eine weitere zentrale Forderung ist die, finanzielle und personelle Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Kita-Qualität zu erhalten und dem Bildungsauftrag gerecht zu werden. Die Kitas haben nach dem Kinderbildungsgesetz einen eigenständigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag. Sie sind Bildungseinrichtungen und keine Verwahranstalten.

 

 

 

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