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Haltung zeigen und Diskriminierung entgegentreten

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Neue Initiative setzt sich für Geschlechtergerechtigkeit im Evangelischen Kirchenkreis Bielefeld ein

Die Würde des Menschen ist unantastbar, steht im Grundgesetz. Niemand darf wegen Geschlecht, Herkunft, Religion oder der sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Alles klar also? Leider nein. Es gibt viel zu tun, gerade jetzt, gerade auch bei uns in der evangelischen Kirche. Eine neue Initiative setzt sich daher für die Stärkung von Geschlechtergerechtigkeit im Kirchenkreis Bielefeld ein.

„Dieses Thema betrifft unsere Kirche als Ganzes“, betont Superintendent Christian Bald klar. Heidemarie Winkel verdeutlicht warum: Autoritäre und extreme Strömungen durchdringen unsere Gesellschaft, und gefährden Freiheit und Demokratie. Ein Anzeichen sind frauen- und queerfeindliche Einstellungen; sie haben sich massiv verstärkt, gepaart mit brutaler Gewalt – beispielsweise in diesem Sommer der Mord an einer Frau in Kelkheim.

Warum das die evangelische Kirche betrifft? Eine aktuelle Umfrage zu den politischen Präferenzen der Mitglieder der Landeskirchen in der EKD zeigt, dass mehr als ein Viertel die AfD bevorzugen – eine rechtsgerichtete, extremistische Partei, die ganze Gesellschaftsgruppen diskriminiert. Die Zahl macht betroffen und fordert zum Handeln auf. Aber wie? Dazu will die Initiativgruppe im Kirchenkreis anregen.

Der Kirchenkreis Bielefeld will ein Ort sein, an dem sich alle willkommen und wohlfühlen können, betont Heidemarie Winkel. Die Soziologie-Professorin an der Universität Bielefeld ist Mitinitiatorin und Sprecherin der Gruppe. Es gelte Empathielosigkeit, Abstiegsängsten, Zukunftssorgen und der Spaltung unserer Gesellschaft aktiv zu begegnen.

Was braucht es dafür? Wichtig ist eine Offenheit im Denken und Neugierde aufeinander, findet die Wissenschaftlerin. Ein Beispiel dafür ist das Thema Migration Man müsse den Blick darauf lenken, was gesellschaftlich alles gelungen ist – und das ist unglaublich viel, sagt Winkel.
  
Ein anderer Aspekt ist die Haltung. Dafür brauche es eine historisch-kritische Auslegung der Bibel, aus der sich christliche Werte ableiten lassen wie Menschenwürde, Gleichheit oder Gerechtigkeit. „Wir Christ:innen müssen Haltung zeigen und menschen- und demokratiefeindlichen Strömungen klar entgegentreten“, betont Heidemarie Winkel. Innerhalb der evangelischen Kirche und nach außen müsse deutlich werden, wie sie als christliche Gemeinschaft zur Demokratie und zu einer pluralen, offenen Gesellschaft steht.

Es gehöre zum Auftrag der Kirche, sich selbst immer wieder in ihrem Tun neu zu bedenken; zum Beispiel wie eine inklusive Kirche gelingen kann. Da sein, zuhören, Anteil nehmen, offen miteinander sprechen, laut gegen Ungerechtigkeit sein – das alles ist wichtig, um unsere Gesellschaft zu stärken. 

Nachdem die Sommersynode des Kirchenkreises die Gruppe mit überwältigender Mehrheit offiziell beauftragt hat, geht es nun an die Arbeit. Das bedeutet konkret: thematische Schwerpunkte setzen, konkrete Ansätze zusammen mit der Leitung des Kirchenkreises entwickeln und mit den Gremien ins Gespräch gehen. Anfang nächsten Jahres will die Gruppe zu einer ersten Veranstaltung einladen.

Wer am Thema Geschlechtergerechtigkeit mitarbeiten möchte, kann sich mit Heidemarie Winkel in Verbindung setzen unter heidemarie.winkel@uni-bielefeld.de

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Die Initiativgruppe: (Obere Reihe, v. l.) Frans Thon, Heidemarie Winkel, Ruth Matthes, Kerstin Schachtsiek. Untere Reihe: Monika Melchior, Heidi Koch, Luise Metzler. Foto: Ev. Kirchenkreis Bielefeld
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