Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Münster, Marburg und Bethel absolvierte Moggert-Seils sein Vikariat ab 1990 in der Bielefelder Apostelgemeinde. Ein Sondervikariat in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Erwachsenenbildung brachte ihn dazu, auch als Pastor im Probedienst in diesen Arbeitsfeldern zunächst weiterzuarbeiten und ein berufsbegleitendes Studium zum Kommunikationsfachwirt abzuschließen. Nach Stationen in den Kirchengemeinden Jöllenbeck und Altstadt Nicolai in der Citykirchenarbeit wurde er 1995 zum Pfarrer der Evanglisch-Reformierten Gemeinde gewählt. Im Jahr 2001 wurde er dann Leiter der neu geschaffenen Stelle des Leiters der Öffentlichkeitsarbeit der Landeskirche im Evangelischen Medienhaus in Brackwede. Nach dem Wechsel ins Landeskirchenamt 2014 im gleichen Arbeitsfeld nahm er 2016 die freigewordene Stelle in der Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises Bielefeld an.
In einem Interview sagte er unter anderem auf die Frage, in welchem Dienst er eigentlich stand: "Zunächst freue ich mich über die Wortwahl. Denn meinen Beruf als evangelischer Pfarrer habe ich immer als Dienst verstanden. Vielleicht nicht so ganz klassisch, eher als Grenzgänger. Denn mir war neben dem Verkündigungsauftrag schon sehr früh klar, dass zur Verkündigung immer ganz unmittelbar die Frage gehört: „In welche Situation hinein, zu welchen Menschen und jeweiligen Lebenssituationen sprichst (oder schreibst) du?“ Darum habe ich neben dem Theologiestudium eine zweite Ausbildung zum Kommunikationsfachwirt gemacht. In diesem Dienst durfte ich in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern unserer Kirche tätig sein. In der Erwachsenenbildung und Citykirchenarbeit, sechs Jahre lang als Pfarrer der Reformierten Gemeinde bis 2001 und zuletzt fast 25 Jahre in der Kommunikationsarbeit der Landeskirche und hier im Kirchenkreis."
Eine weitere Frage war: Was lag dir am Herzen in all den Jahren? Antwort: "Es gibt tatsächlich so etwas wie einen roten Faden in meiner Dienstzeit. Jedenfalls nehme ich das für mich so wahr. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das, was man Öffentliche Theologie nennt, für mich elementar. Damit ist die Querschnittsaufgabe der Theologie gemeint, ihren öffentlichen Charakter und ihre lebensweltliche Orientlierung zu bedenken. Es geht einerseits um den Diskurs, Fragen öffentlicher Relevanz in unterschiedlichen Perspektiven zu reflektieren. Und andererseits ganz praktisch darum, die öffentliche Meinungsbildung etwa in den Medien oder in den Präsenzöffentlichkeiten von Versammlungen, Events oder auch Kommunikationskampagnen zu forcieren. Drei kurze Beispiele aus drei Jahrzehnten:
Bereits Ende der 90er Jahre haben wir in meiner Reformierten Gemeinde hier in Bielefeld die Konfi-Zeit eingeführt – damals noch mit Ausnahmegenehmigung der Landeskirche. Also kein wöchentlicher ‚Unterricht‘ mehr, sondern im Block meist am Samstag. Und Mittags haben Eltern für die Jugendlichen gekocht. Das war aus pädagogischen wie praktischen Gründen ein Erfolgsmodell.
Als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit unserer Landeskirche durfte ich bei vielen Großprojekten mitwirken, etwa bei der ‚Nacht der offenen Kirchen‘ oder dem ‚Jahr der Taufe‘, um nur zwei zu nennen. Auch hier ging es darum, mit Konzepten und Materialien Rahmenbedingungen zu schaffen, kirchliche Angebote auch für die Menschen attraktiv zu machen, die nicht zur sogenannten ‚Kerngemeinde‘ gehören.
In den vergangenen neun Jahren hier im Kirchenkreis war es die Vesperkirche, an deren Konzeption und Umsetzung ich mitwirken durfte und bei der deutlich geworden ist: Nächstenliebe und Teilhabe für alle Menschen brauchen neue Formate – jenseits der bisherigen Angebote. Denn letztlich geht es ja immer um Relevanz. Nicht um die Relevanz der Kirche, sondern der Verkündigung der frohen und befreienden Botschaft Jesu für alle Menschen."

