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Zukunft der Kitas: „System steht unter enormem Druck“

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Bielefelder Landtagsabgeordnete diskutieren in der Martinigemeinde

Was wird aus unseren Kitas? Diese Frage hat die Martini-Kirchengemeinde gestellt und die drei Bielefelder Landtagsabgeordneten zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. „Wir sprechen heute über ein System, das seit Jahren unter enormem Druck steht“, machte Jennifer Röbling die Dringlichkeit deutlich.

Die Realität ist geprägt von einem permanenten Balanceakt zwischen pädagogischem Anspruch und struktureller Überlastung, beschrieb die Leiterin der Ev. Martini-Kita die Situation in der Kinderbetreuung: „Jeden Tag versuchen die Kitas, Kindern Sicherheit, Bildung, Förderung und verlässliche Beziehungen zu bieten. Gleichzeitig kämpfen sie jedoch mit Personalmangel, hohen Krankenständen, fehlenden Vertretungen und immer weiter steigenden Anforderungen.“

Bringt die geplante Neufassung des NRW-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) die Lösung?  Der Entwurf sei nachgeschärft worden, die Ministerin offen für weitere Vorschläge, betonte die Grünen-Abgeordnete Christina Osei. Das Land investiere viel Geld in die Kitas, aber der Förderbedarf der Kinder steige. Der Politik, das wurde in der Diskussion deutlich, sind Grenzen gesetzt. Christina Osei: „Man kann nicht Geld verwalten, das man nicht hat.“

Tom Brüntrup betonte, dass NRW prozentual gesehen mehr Geld in die Kinderbetreuung investiere als die anderen Bundesländer. So richtig die Forderungen zur Verbesserung seien, müsse man schrittweise vorgehen, verdeutlichte der CDU-Abgeordnete. Auch die Bundesregierung müsse finanzielle Verantwortung übernehmen.

Christina Kampmann (SPD) forderte ein neues Gesetz anstelle einer „Reform der Reform“. Die Finanzierungsstruktur der Kitas müsse neu strukturiert und verlässlicher werden. Das Land sei gefordert, die Ausbildung pädagogischer Fachkräfte stärker zu fördern und mehr Geld einzusetzen als bisher: „Kitas sind uns viel wert. Aber es reicht noch nicht.“

Wie sehr das Thema bewegt, zeigten auch die Fragen und Statements aus den Reihen der rund 100 Teilnehmenden. Applaus gab es für den Forderungskatalog der Kita Martini: auskömmliche Finanzierung, realistische Personalschlüssel, Abbau der Bürokratie, eine echte Initiative für mehr Fachkräfte und mehr Verlässlichkeit.

In einem Punkt waren sich alle einig: Kinder sind wertvoll und gut ausgestattete Kitas eine Investition in die Zukunft.

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Kinderbetreuung im Mittelpunkt: (v. l.) Björn Sassenroth (Moderation), Tom Brüntrup (CDU), Christina Osei (Grüne), Michael Conty (Presbyteriumsvorsitzender Martinigemeinde), Christina Kampmann (SPD), Jennifer Röbling (Leitung Ev. Kita Martini) und Magdalena Heimann (Vorsitzende Elternrat). Foto: Jens Sommerkamp/Ev. Kirchenkreis Bielefeld
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