Jedes Jahr begehen die Protestant:innen den Reformationstag. Dieses Mal wird der 31. Oktober allerdings etwas Besonderes, denn: Evangelische und Katholische Kirche feiern erstmals gemeinsam in einer katholischen Kirche. „Uns verbindet eben viel mehr als uns trennt“, erklärt Dechant Norbert Nacke vom Dechanat Bielefeld-Lippe.
Das sieht auch Christian Bald so, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bielefeld: „Es ist wunderbar, dass wir diesen Tag des Aufbruchs zusammen begehen, unsere Gemeinschaft stärken und ein Zeichen der christlichen Verbundenheit setzen.“ Und das in einer katholischen Kirche, mitten in der Stadt.
Der gemeinsame Gottesdienst zum Reformationstag findet am 31. Oktober um 18 Uhr in St. Jodokus am Klosterplatz statt. Dechant Nacke und Superintendent Bald werden ihn gemeinsam leiten. Auch die Musik wird überkonfessionell gestaltet, von Dechanatskirchenmusiker Simon Schuttemeier an der Orgel und dem Ensemble VokalTotal unter Leitung von Kreiskantorin Ruth Seiler.
Katholische und Evangelische Kirche arbeiten in Bielefeld seit langem an vielen Stellen zusammen. „Wir haben schließlich einen gemeinsamen Glauben und viele gemeinsame Werte“, macht Dechant Norbert Nacke deutlich. Auch den Reformationstag hatten katholische und evangelische Christ:innen bereits mit gemeinsamen Gottesdiensten gefeiert – allerdings noch nie in einer katholischen Kirche.
Die Idee zum gemeinsamen Reformationstag in St. Jodokus entstand aus dem Nachdenken darüber, ob und wie man Kirchen und Gemeindehäuser künftig gemeinsam nutzen könnte, um die Ressourcen effizient zu verwenden und die Zusammenarbeit auszubauen.
Superintendent Christian Bald freut sich sehr darüber: „Der erste ökumenische Gottesdienst zum Reformationstag in einer katholischen Kirche ist ein großer Schritt, unsere christliche Gemeinschaft über die konfessionellen Grenzen hinweg zu vertiefen und damit das Miteinander in der Stadt zu stärken.“

